ASVb-Bezirksliga: SF Baesweiler - SVH II 2,5:5,5 [13:19]
Gestern musste unsere Zweitvertretung nach Baesweiler reisen. In den letzten Jahren haben wir gegen Baesweiler oft nicht gut ausgesehen, obwohl wir – wie auch dieses Jahr – auf dem Papier favorisiert waren.
Als Erster gewann Arjan, der laut eigener Aussage in der Eröffnung nicht ideal spielte, seinen Gegner aber positionell überspielte und im Endspiel durch eine Zugszwang-Situation entscheidend Material gewann. Kurz darauf willigte Walter mit einem Mehrbauern ins Remis ein, da er auf die Mannschaftskollegen vertraute. Marc H. fragte mich, ob er ebenfalls Remis anbieten dürfe. Angesichts der mehrheitlich guten Stellungen und der Tatsache, dass Marc als Einziger auf dem Papier eine niedrigere DWZ als sein Gegner hatte, stimmte ich zu. Das Remisangebot wurde jedoch abgelehnt, sodass Marc weiterspielen musste.
Es dauerte eine Weile, bis das nächste Ergebnis feststand: Frank hatte sich spielentscheidende Vorteile erarbeitet und konnte den zweiten Sieg des Tages feiern. Derweil geriet Horst nach Verzicht auf die Rochade im Mittelspiel gegen seinen jungen Gegner langsam auf die Verliererstraße. Auch ich hatte in Zeitnot den Abtausch der Schwerfiguren falsch eingeschätzt und fand mich statt in einem ausgeglichenen Leichtfigurenendspiel plötzlich in einem verlorenen Endspiel mit einem Minusbauern wieder. Achim hingegen überzeugte im Endspiel: Er erarbeitete sich einen Mehrbauern, tauschte im richtigen Moment die Türme ab und zeigte, wie man Bauern richtig führt. Nach Horsts Niederlage brachte Achim mit seinem Sieg den dritten Punkt des Tages.
Damit brauchten wir noch einen halben Punkt für das Mannschaftsremis und einen ganzen Punkt für den Sieg. Marc H. stand weiterhin ausgeglichen, während meine Stellung schlecht blieb. Michael N. hatte ein Endspiel erreicht, in dem er zwar einen Minusbauern hatte, es aber noch nicht klar war, ob dieser entscheidend sein würde. Als Marcs Gegner einsah, dass nicht mehr als ein Remis möglich war, hatten wir das 4:4 bereits sicher.
Ich bot meinem Gegner pro forma ein Remis an, das er ablehnte, um auf Gewinn zu spielen. Ich verteidigte mich hartnäckig und suchte Chancen zum Ausgleich. Spät am Abend, in der zweiten Zeitnotphase, erreichten wir eine Stellung, die wir bereits zweimal wiederholt hatten. Ich war bereit, Remis durch Stellungswiederholung zu reklamieren, doch mein Gegner machte in der Hoffnung auf einen Sieg einen Fehler und erlaubte mir ein Abzugsschach mit Bauerngewinn. Plötzlich hatte ich einen gedeckten Freibauern und stand auf Gewinn. Mit korrekter Endspielführung – laut Stockfish – ließ ich mir den Sieg nicht mehr nehmen. Nach vier Niederlagen in der bisherigen Saison konnte ich endlich mal wieder punkten.
Derweil führte Michael sein Endspiel in sichere Remisbreiten und hätte beinahe noch auf Zeit gewonnen, da sein Gegner vergessen hatte, die Uhr zu drücken. Ganz fair wies Michael ihn darauf hin, sodass man sich schließlich auf ein Remis einigte.
Auch wenn man mir erlaubte, mich selbst MVP zu nennen, sehe ich eher Achim in dieser Rolle, der mit toller Endspielführung überzeugte. Ein zusätzlicher Fairnesspreis geht an Michael.
Nach fünf Spieltagen grüßt die zweite Mannschaft damit weiter von der Spitze der Tabelle der ASVb-Bezirksliga. |