Der SVH gewinnt den ASVb-Viererpokal
Geschrieben von Danny Arns am 16.01.2026 um 00:00
ASVb-Viererpokal-Finale: SV Herzogenrath – SF Brand 2,5:1,5

Im normalen Spielbetrieb (von Bundesliga bis Kreisklasse) tritt unsere erste Mannschaft in der Regionalliga an. Zwei Vereine des Aachener Schachverbandes (ASVb) spielen noch höher - Aachener SV (2.Bundesliga) und Aufwärts Aachen (NRW-Liga). Doch nicht nur diese Konkurrenz macht den Gewinn des Aachener Viererpokals zu einer besonderen Sache. Da, wie der Name schon sagt, statt an 8 nur an 4 Brettern gespielt wird, gibt es deutlich mehr Titel-Anwärter. Wir holten den Pokal zuletzt 2020 und 2024.

Im laufenden Wettbewerb erreichten wir mit 3:1-Siegen im Achtelfinale gegen Arminia Eilendorf und im Viertelfinale gegen den Aachener SV II das Halbfinale, wo wir auf Aachener SV I, den Favoriten des Wettbewerbs trafen. Nach einem spannenden Kampf entschied bei 2:2 die Berliner Wertung für uns und wir zogen ins Endspiel ein.

Im Finale erwarteten uns die Schachfreunde aus Brand. Gemischte Gefühle: Zwar unterlag unsere Zweite in dieser Pokal-Saison nur knapp gegen Brand, aber wir erinnern uns ungern an das Jahr 2022, als wir als Titelverteidiger in der ersten Runde ausschieden. Und ein IM an Brett 1 ist im Viererpokal natürlich auch ein Pfund. Ohnehin hat der Pokal bekanntlich seine eigenen Gesetze...

Das Endspiel erwies sich dann auch als ein nach DWZ-Zahlen ausgeglichenes Duell. Eine unserer großen Stärken in dieser Pokalsaison war die Kaderbreite, mit der wir uns bis ins Finale gespielt hatten: Kein Spieler absolvierte alle Runden, was uns für die Gegner schwer berechenbar machte. So verzichteten wir auch im Finale mit Oliver und Marius auf zwei nominell stärkere Spieler, die sich – wie andere auch – unter das Publikum mischten.

An Brett 1 bekam es Ingo mit Schwarz mit dem Internationalen Meister Roeder zu tun. Es entwickelte sich schnell eine optisch druckvolle Stellung für Weiß, die sich objektiv jedoch stets im Bereich des Ausgleichs bewegte. Dann entschied sich Weiß für einen schnellen und radikalen Angriff. Ingo verteidigte diesen umsichtig und konnte im unmittelbaren Gegenzug eine Figur gewinnen. Nach einigen weiteren Zügen gab Ingo's Kontrahent die Partie nach etwa zwei Stunden auf – 1:0 für Herzogenrath.

Zeitgleich fiel die nächste Entscheidung. Ich spielte an Brett 3 gegen einen ebenbürtigen Gegner, der sich in der Eröffnung für ein Abweichen von den Hauptvarianten entschied. In der Folge entstand eine Stellung, die für mich mit Weiß deutlich leichter spielbar war. Nach mehreren Ungenauigkeiten auf der Gegenseite konnte ich meinen Königsangriff mit einem Zeitvorteil von über einer Stunde zum Sieg führen – 2:0. Damit war der Pokalsieg für Herzogenrath bereits gesichert, da wir selbst bei einem 2:2 nach Berliner Wertung vorne gelegen hätten.

Doch auch in den beiden anderen Partien lag der Vorteil auf Herzogenrather Seite. Kurioserweise wiesen beide Bretter nach etwa 25 Minuten identische Stellungen auf.

Marcel erarbeitete sich an Brett 2 großes Übergewicht – sowohl stellungs- als auch zeitmäßig. Die Verwertung war nicht trivial, aber durchaus möglich. Er entschied sich gegen mögliche Materialgewinne und für den direkten Angriff auf den gegnerischen König. Leider übersah er in gewonnener Stellung ein Zwischenschach, das die Partie plötzlich kippen ließ und schließlich sogar zum Verlust führte. Sehr schade, aber Marcel bleibt natürlich der Held des Halbfinals. Somit nur noch 2:1 im Kampf um die Ergebniskosmetik.

An Brett 4 lehnte Klaus nach dem zwischenzeitlichen 2:0-Stand in Zeitnot ein Remisangebot ab, da er sich der besseren Stellung bewusst war. Diese entwickelte sich zu einer gefährlichen, aber weiterhin aussichtsreichen Position. Ein Fehlzug in der Zeitnot brachte die Partie jedoch in Remisbreite, mit gewissen Risiken für Klaus. Nach einigen weiteren Zügen endete die Partie Unentschieden durch Stellungswiederholung, was den 2,5:1,5-Endstand besiegelte. Es hätte auch 4:0 ausgehen können, aber wen interessiert das schon.

Mit diesem schönen Erfolg qualifiziert sich Herzogenrath nach einem Jahr Abstinenz erneut für den NRW-Pokal.

Es spielten: Ingo (1,5/3), Marcel (1,5/3), Klaus (2,5/3), Marius (2,5/3), Oliver (1/2) und Danny (1,5/2).

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